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«Swiss Shapes» in Freiburg

Heinrich Degelo über seinen Entwurf der neuen Freiburger Universitätsbibliothek

 

Text: Elias Baumgarten - 7.12.2015
Visualisierung: Degelo Architekten

 

Der Basler Architekt Heinrich Degelo hat mit dem im Oktober dieses Jahres eröffneten Neubau der Universitätsbibliothek Freiburg die «Swiss Shapes» nach Deutschland exportiert und nun Sebastian Redecke von der Fachzeitschrift Bauwelt im Interview seinen Entwurf erklärt. Dabei hat der Schweizer, passend zum Metathema der aktuellen archithese Innovation | Tradition | Adaption, unterstrichen, dass es ihm darum gehe, «Konventionen beiseite zu schieben».

Die in Fragen nach dem Umgang mit den Betonstrukturen des brutalistischen Bestands, der dunklen gefalteten Fassade und deren starke Neigung von bis zu 28,5 Grad mitschwingende Kritik konterte er durch die Aussage, die ursprünglich geplante Sanierung der Decken hätte sich als zu teuer erwiesen und die zuerst angedachte Fassade aus Aluminium und Glas hätte zu starke Blendeffekte hervorgerufen. Ausserdem bedeute eine dunkle Fassade keineswegs zwingend einen ablehnenden Gestus, sondern könne auch mit Geborgenheit zu tun haben. Orte an denen man sich wohl fühle, so Degelo, seien selten sehr hell. Die für den Bauweltredakteur «besonders irritierende» Neigung der Fassade führte Delego schliesslich auf den an dieser Stelle sehr schmalen Strassenraum zurück und fügt an, bereits die vorherige Bebauung habe diese Problematik mit einer Rückstaffelung des Volumens in ähnlicher Weise Rechnung getragen.

Wir haben von der Lektüre des kurzen Interviews mitgenommen, dass Degelo seine Pläne auch nach Fertigstellung des Entwurfs reflektiert und neuen Erkenntnissen angepasst hat, sodass die Umsetzung die Architektur mitdefiniert hat. Statt mit eigenen Ideen schnell zufrieden zu sein, hat er sie fortwährend hinterfragt, was sich etwa in der Fassade aus elektrochemisch behandeltem Chromstahl manifestiert. Und schliesslich ist klar geworden, dass die gefaltete und geneigte Fassade keine Gestaltung um ihrer selbst willen ist, sondern überlegte Reaktion auf den Kontext.

 
Das ganze Interview ist nachzulesen in Bauwelt 46.2015 und online unter bauwelt.de

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