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Impulse geben

Fehlt es der Architekturszene derzeit an Mut? Die Werkschau architektur0.16 möchte Anstösse für einen Aufbruch geben. archithese ist mit einer Installation dabei. Sie bietet eine Vorschau auf die Dezember-Ausgabe zum Thema Science-Fiction.

 

Text: Elias Baumgarten – 5.10.2016
Installation: die Bilder sind Studienarbeiten aus dem Lapis unter Leitung von Nicola Braghieri an der EPFL (Foto: Jørg Himmelreich)

«Können Schweizer Architekten denn nur langweilig bauen?» fragte Felix E. Müller, Chefredaktor der Sonntagsausgabe der Neuen Zürcher Zeitung, im vergangenen Jahr und griff damit die vermeintliche Uniformität aktueller Bauten hierzulande an. Müller erhob den Vorwurf, Helvetischen Architekten würde der Mut zu Originalität, Sinnlichkeit und zum Experiment abgehen. Und NZZ-Autor Adi Kälin schlug kürzlich in die selbe Kerbe, als er schrieb, Santiago Calatravas neueste Gestaltung eines Geschäftshauses beim Bahnhof Stadelhofen tue Zürich gut, da es der Architekturszene am Mut mangle, sich entwerferisch aus dem Fenster zu lehnen. Doch ist diese Kritik wirklich zutreffend? Die Veranstalter der Werkschau architektur0.16 sind bereits im letzten Jahr angetreten, diese Behauptungen zu widerlagen und suchen auch in diesem Jahr nach innovativen, unkonventionellen Schweizer Architekturen, flexiblen Bauten, «Wunderwerkstoffen» und Idealstädten. Dabei soll die Ausstellung, die mit über 80 Teilnehmern zwischen dem 27. und 30. Oktober in den Zürcher Maag Hallen (Hardstrasse 219, täglich von 11.00 Uhr bis 20.00 Uhr) zu sehen sein wird, zur Impulsgeberin werden.

 

Whatever happend to Utopia?
archithese wird mit einer kleinen Installation präsent sein; neben Architekten wie Brillembourg Klumpner (die den Urban-ThinkTank vorstellen und Architektur als soziales Werkzeug präsentieren) oder Christian Kerez. Die Redaktion gewährt mit einer dreidimensionalen Mindmap eine Vorschau auf archithese 4.2016 zum Thema Science-Fiction, die am 1. Dezember erscheint.
Das 20. Jahrhundert hat eine Fülle an Zukunftsvisionen hervorgebracht, die in Büchern und Filmen festgehalten, oder als Comics auf Papier visualisiert wurden. Architektur kam beim Entwerfen solch visionärer oder utopischer Welten eine handlungstragende Funktion zu. Doch heute scheinen solche Visionen rar geworden zu sein. archithese fragt: «Whatever happened to Utopia?» und reflektiert den Geist des Aufbruchs einer Zeit, als die Entwürfe neuer Welten mit exotischen Formen, Konstruktionen, Farben und Materialien noch als Inspirationsquelle dienten.
Das Science-Fiction-Genre bietet Projektionsflächen für Utopien, Dystopien, Träume, Albträume und Fantasien – auch im Architekturdiskurs. Es erlaubt das Durchspielen möglicher Entwicklungen, auf die in Zukunft vielleicht reagiert werden muss, und kann dazu anspornen, (wieder) Visionäres zu wagen.

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