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Das Feste und das Fest
Räume des Spektakels
Spanish Fiesta as a political urban tool
Eucharistische Blickmaschinen des Barock
Festliches Licht
Gesichtsverlust der Architektur
Bühnenzauber und Liebestod – Olympia 1936
Höhenrausch.2
Rummelmanifest
Jane's Carousel, Jean Nouvel
Stadtfeste in Indien
Monsoon Club, Serie Architects
Zwanzig Jahre Clubkultur in Berlin
Diller Scofidio + Renfro Lincoln Center, New York
Max Dudler Erweiterung und Umbau Hambacher Schloss
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Auf den ersten Blick mag es erstaunlich erscheinen, fernab der Zeiten einer Hochkonjunktur ein Heft über Feste vorzulegen – steht doch das Fest im allgemeinen Verständnis für Überschwang, Opulenz, Luxus und Müssiggang und benötigt einen zu feiernden Freudengrund.
Doch nicht allein weil dieses Heft in die Weihnachtszeit fällt, sehen wir die Wichtigkeit, einmal das Fest und seinen architektonischen Ausdruck im weitesten Sinne zu untersuchen. Die das Jahr 2011 markierenden Protestwellen bezeugen, dass das öffentliche Fest keineswegs von der Welt losgelöst ist, sondern im Gegenteil hochpolitischer Ausdruck. Das Hambacher Fest aus der Zeit des deutschen Vormärz (1832) und die Fête de la Fédération zum ersten Jahrestag des Sturms auf die Bastille (1790) verankern diese Beziehung in der Geschichte. Wenn Politik für das Volk wichtiger wird, so gibt es Gründe für Zusammenkünfte, für Feiern und Proteste.
Doch wie steht es um die Relevanz des Festes in Bezug auf die Architektur? Bislang wurde das Fest in seiner Bedeutung zumeist auf Pavillons, Expos und das gegenreformatorische barocke Zeitalter reduziert. In diesen Refugien war das Fest erlaubt, hier wurde es isoliert von der ernsten, eigentlichen Architekturproduktion – und somit seiner Relevanz entkleidet. Wer Farbe, Rausch und Flüchtigkeit suchte, durfte sich in die Geschichte retten oder sich auf den zeitgenössischen Festwiesen tummeln.
Diese Isolationshaft steht im Widerspruch zum landläufigen Verständnis: Feste sind überwiegend positiv konnotiert, markieren Momente des Erfolgs – wenn auch mitunter verschleiert vom Kater danach. In der Architektur allerdings herrscht schon davor Katharsis: statt Rausch die graue Stadt. Doch würde jemand auf die Frage nach der Lieblingsfarbe antworten: Grau? Dazu geschlossene Körper, geprägt von Gitter- und Lochfassaden: ähnlich unattraktive Worte, die wir wählen, um vermeintlich städtische Ideale zu bezeichnen. Warum also wird das farbige, bunte, geschwungene Fest mit seiner heiteren Musik, mit seinem Schmuck, mit seinem Glanz, mit der Hingabe zum Ausdruck, mit seinem Luxus – mal teuer, mal billig imitiert – nicht mehr in die Architektur gelassen? Wegen der fehlenden Seriosität? Wegen stilistischen Querulantentums? Früher bildete sich der Lorbeerkranz als Festschmuck für städtische Paraden dauerhaft im steinernen Ornament der repräsentativen Fassaden ab – es war der Höhepunkt im Ausdruck wie im Leben, den es zu erhalten gab.
Dieses Heft hat zum Ziel, den kreativen, stilistisch unzensierten Reichtum wieder etwas näher an die Architektur heranzuführen. Architektur ist keine hermetisch-autistische Disziplin und unterliegt keinem dauerhaften Stildiktat. Sie hat eine enge Beziehung zum Menschen und ist daher ebenso veränderlich. Kaum anderswo ist der freie menschliche Schaffensausdruck so direkt und gleichsam virtuos wie im Fest– es wäre verächtlich, dies nicht ernst zu nehmen.
Die Redaktion wünscht frohe Festtage!
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