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2001 – 2010

1991 – 2000

1981 – 1990

1971 – 1980

5.2009
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Rekonstruktion & Adaption

Marketing mit Moderne
Neue Altstädte: Dresden und Frankfurt am Main
5×5Jetztzeithäuser Römerberg, Frankfurt am Main
Geschichtsversessenheit und Geschichtsvergessenheit
Besser Bauen als im Mittelalter: Carl Schäfer
und der Historismus
David Chipperfield: Restaurierung des
Neuen Museums, Berlin
Zwischen Polemik und Relevanz: 25 Jahre Prinz Charles
FAT: Kunstschule SintLucas in Boxtel
Traditionelle Architektur in den Niederlanden
Russland und die Rekonstruktion: Stil einer
neuen Identität

 

 

 

Mehrere Generationen von Architekten haben sich am Dom-Römerberg-Bereich in Frankfurt am Main abgearbeitet. Derzeit sollen mit dem Technischen Rathaus und dem Historischen Museum die Zeugnisse der Siebzigerjahre elimiert werden –
zugunsten einer kleinteiligen Bebauung, welche die mittelalterliche Handwerkerstadt beschwört.

Rekonstruktion oder Neubau; diese Debatte wurde schon vor dreissig Jahren geführt – und mündete schliesslich in die Realisierung der 1986 fertig gestellten Römerberg-Ostzeile. 1978 hatte sich die Stadtverordnetenversammlung gegen eine bisher vorgesehene moderne Lösung entschieden, im Dom-Römerberg-Wettbewerb von 1980 – aus dem der Kulturkomplex der Schirn hervorging – den Architekten indes noch einmal nahe gelegt, Alternativen zur pseudohistorischen Rekonstruktion zu erarbeiten. Ausser Konkurrenz blieb der Vorschlag von Adolf Natalini und Superstudio, der die sich überlagernden Zeitschichten lesbar gemacht hätte; das Büro aus Florenz thematisierte ebenso den rigiden Raster der Tiefgarage, die inzwischen das Gelände ausfüllte, wie die historische Gassenstruktur der Altstadt. Der Vorschlag sei «eines der schönsten Architekturgedichte, das die jüngste Architekturgeschichte hervorgebracht hat», urteilte seinerzeit Oswald Mathias Ungers. Doch am Ende setzte sich das nach Fotografien nachgebildete historische Bild durch, das Landesdenkmalpfleger Gottfried Kiesow warnend als «Zeitdokument für die Achtzigerjahre des 20. Jahrhunderts einstufte». Allerdings, das ist zu konzedieren, dürften die meisten Touristen, die vor der sonnenbeschienenen Ostzeile ihren Apfelwein trinken, den Unterschied von Original und Fälschung kaum bemerken. Und zu den Touristen gesellen sich Frankfurter.

Gerade in Deutschland tobt derzeit der Rekonstrukionswahn – ob in den Innenstädten von Frankfurt oder Dresden, ob in Berlin, Braunschweig, Hannover oder Potsdam, wo die einst stadtbildprägenden Schlossbauten als Fassadenkulissen mit neuer Nutzung zum Wiederaufbau vorgesehen sind. Längst aber erstreckt sich der Wunsch nach dem Wiederauferstehen zerstörter Bauten auch auf Meilensteine der klassischen Moderne, wie die Debatte um das Meisterhaus von Walter Gropius in Dessau belegt.

Wer indes einmal den ebenfalls neu errichteten Barcelona-Pavillon von Mies van der Rohe oder den L’Esprit Nouveau-Pavillon von Le Corbusier in Bologna besucht hat, wird vielleicht Wiederherstellungen nicht kategorisch ablehnen können.
Die Autorinnen und Autoren fokussieren ein Spektrum, das sich zwischen Rekonstruktion und Adaption erstreckt, auf unterschiedliche Weise. Dabei kommen auch Bauten zur Sprache, die zeigen, wie traditionelle Architekturelemente zitiert werden können – handle es sich um das Beispiel des Historisten Carl Schäfer, die zeitgenössischen Siedlungen des Büros Krier & Kohl oder das Gothic Revival von FAT für eine Kunstschule im niederländischen Boxtel.

Rubrik
Christian Kerez: Schulhaus Leutschenbach, Zürich
UNStudio: MUMUTH – Haus für Musik und Musiktheater, Graz
Bernard Tschumi: Neues Akropolismuseum, Athen
Wettbewerb: Neues Thermalbad in Baden



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