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archithese ist die führende Architekturzeitschrift der Schweiz und erschient 6x jährlich im Verlag Niggli

   
 
 

2001 – 2010

1991 – 2000

1981 – 1990

1971 – 1980

6.2008
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Ton und Raum

Zum raumakustischen Entwurf von Hörräumen
Sehen und Hören – Auge und Ohr
Gramazio & Kohler: Vom Schaum zum Diffusor
Sprechen über Raum und Akustik
Zeitgenössische Bauten für Musik
Boabaumann: Haus für Fritz Hauser
Studien zur Klanglandschaft
«Sense of Architecture», Venedig 2008
Yves Netzhammer und Bernd Schurer: Soundscapes
Neuer Stadtklang
Auditive Architekturen: Gestaltung von Klangumwelten

 

 

 

Während der Tonträgermarkt seit Jahren stagniert, hat die Errichtung neuer Konzert- oder Opernhäuser weltweit Konjunktur. Der Bogen spannt sich von kleinen Projekten wie der Festhütte in Amriswil bis hin zu Prestigeprojekten wie der Philharmonie in Paris von Jean Nouvel oder der Elbphilharmonie in Hamburg. Dabei sind es zwei Grundtypen von Sälen, die variiert werden: Die streng orthogonale «Schuhschachtel», die im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins, im Concertgebouw Amsterdam und in der Boston Symphony Hall ihre klassische Ausprägung gefunden hat, und das Konzept der «Weinbergterrassen» nach dem Vorbild von Hans Scharouns Berliner Philharmonie; in seiner Nachfolge stehen die grösseren Säle wie Frank O.Gehrys Walt Disney Concert Hall in Los Angeles oder auch die geplante Elbphilharmonie in Hamburg. Der Bau der neuen Musikpaläste hat zunächst damit zu tun, dass sie sich – nach den Museen – als neue Instrumente des City Brandings eignen. Vielleicht deutet das Phänomen aber auch auf ein steigendes Interesse an Musik als Live-Event hin – das könnte auch die Tournee-Revitalisierung zeitweilig aus dem aktuellen Musikleben verschwundener Bands erklären.

Obwohl akustische Phänomene – und dabei handelt es sich um Sprache genauso wie um Geräusch, Lärm und Musik – unser Leben prägen und wir ihnen weniger entgehen können als visuellen Eindrücken, ist der Sehsinn gegenüber dem Hörsinn seit der Antike deutlich priorisiert. In der logozentrischen Tradition unserer Kultur (und Religion) wird das Sehen mit der überlegenen Vernunft, das Hören hingegen mit dem Gefühl verknüpft. Mit dem Thema Akustik werden Architekten primär konfrontiert, wenn sie mit Bauten für die Musik befasst sind, und wenn ein Raum darüber hinaus einmal akustischer Optimierung bedarf, erfolgt diese verschämt mit handelsüblichen, möglichst unsichtbar installierten Elementen.

Ziel dieses Heftes ist es, ein breiteres und tieferes Verständnis für das Verhältnis von Raum und Akustik zu erreichen. Daher stehen auch nicht die Konzertsäle im Mittelpunkt, sondern generellere Überlegungen. Anschliessend an eine Einführung in die Akustik sowie einen historischen Überblick über das Verhältnis von Hören und Sehen dokumentieren wir Ausschnitte aus einer Diskussion an der ETH Zürich zwischen dem Akustiker Jürgen Strauss und Studierenden; sie zeigt paradigmatisch die Schwierigkeiten, Phänomene des Hörens adäquat zu verbalisieren. Nach den zeitgenössischen Musiksälen widmen wir uns schliesslich Klanginstallationen und der akustischen Wahrnehmung der Stadt

Rubrik
Tony Fretton Fuglsang Kunstmuseum
Tony Fretton Haus für Anish Kapoor



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