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Westside – das Einkaufs- und Erlebniszentrum von Daniel Libeskind, das dieser Tage in Bern-Brünnen eröffnet wird – steht Pate für den schlagenden Erfolg einer Geschäftsidee aus den Fünzigerjahren: der des Shoppingcenters. Unter einem Dach vereinen seine Betreiber einen spezifischen Mix aus Waren und Dienstleistungen und locken damit täglich mehrere 1000 bis 10000 Kunden an. Die Dimensionen dieses Einkaufskonzepts sind auch räumlich gigantisch: In Stadtzentren beläuft sich inzwischen die Fläche einer Shoppingmall ohne Weiteres auf 100000 Quadratmeter, Megamalls erreichen gar Ausmasse von bis zu einer Million.
Nicht nur aufgrund ihrer immensen Grösse fordern Shoppingcenter Aufmerksamkeit ein, die auch wir mit diesem Heft leisten. Wie mehrere Artikel unter jeweils unterschiedlichen Blickwinkeln offenlegen, bleiben die Interventionen im urbanen und sozialen Raum nie ohne Konsequenzen. Wo ein Shoppingcenter seinen Betrieb aufnimmt, verändern sich Bodenpreise, Verkehrsaufkommen, städtische Raum- und Nutzungsstrukturen und urbaner Charakter. Hinter diesen mehr oder weniger gewünschten Effekten stehen gezielte wirtschaftliche Begehren: Entwickler wittern lukrative Geschäfte, Grossverteiler können Präsenz markieren, Gemeinderäte spekulieren auf «Standortvorteile», Arbeitsplätze und Steuergelder. Der Weg zum Ziel führt über ausgefeilte Kalkulationen, die besonders auch die Gestaltung tangieren. Zum einen soll das architektonische Gewand des Centers entweder möglichst billig oder aber dann – Westside verspricht es – anspruchsvoll entworfen sein. Zum anderen wird die innere Erlebniswelt mit allen erdenklichen Mitteln kontrolliert: Oberflächen, Bilder, Geräuschkulissen, Düfte oder verschiedene Designobjekte wie Möbel und Leuchten sollen ein Gesamtambiente bieten, welches das Publikum anlockt, verzückt und (zum Konsum und Einkauf) animiert. Wieweit hier Gestalter auch experimentell und innovativ ans Werk gehen können, zeigt das Beispiel von EbiSquare.
Learning from shopping centers … So spezifisch die Rahmenbedingungen beim Bau eines Einkaufszentrums auch sein mögen, so sehr spiegeln sie doch eine Reihe grundsätzlicher Aspekte wider, auf die man auch bei anderen Bauaufgaben trifft. Die Überlegungen zu den Tendenzen im Bereich der Shoppingmalls sind ernst zu nehmen – so oder so.
Rubrik
EM2N Staataarchiv BL, Liestal
Egli Roher Partner Wohnsiedlung In Wannen, Winterthur
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