| |

2001 – 2010
1991 – 2000
1981 – 1990
1971 – 1980
|
Im Jahr 2001 fiel die Entscheidung, die Olympischen Sommerspiele 2008 an Peking zu vergeben. Seither hat die chinesische Hauptstadt einen Modernisierungsschub sondergleichen erlebt. Als die bekanntesten Symbole des neuen Peking können das auch als «Bird’s Nest» bekannte Stadion von Herog & de Meuron sowie der von dem australischen Team PTW entworfene «Watercube» des Schwimmstadions gelten; das Projekt des Wukesong Basketball-Stadions nach Entwürfen von Burckhardt + Partner aus Basel wurde gestoppt und durch ein chinesisches Büro in veränderter Form realisiert.
Neben den Olympiabauten wurden und werden von ausländischen Architekten eine Reihe weiterer spektakulärer Bauten umgesetzt: der Sitz des Staatssenders CCTV durch OMA, die Nationaloper durch Paul Andreu, die Wohnsiedlung «Linked Hybrid» durch Steven Holl.
Die wichtigsten aktuellen Bauten sind im vorliegenden Heft umfassend dokumentiert. Darüber hinaus Berücksichtigung erfahren die Stadtentwicklung von Peking sowie der konkurrierenden Metropole Shanghai. Galt Shanghai lange Zeit als eigentliches Tor Chinas zum Westen, als der kulturelle Hotspot des Landes, so hat Peking in den letzten Jahren aufgeholt; der Boom chinesischer Kunst hat binnen weniger Jahre zur Etablierung ganzer Atelier- und Kunstviertel geführt.
Ohne Zweifel ist China ein Land, das den westlichen Vorstellungen von Demokratie nicht entspricht. Ebenso ohne Zweifel hat sich in China in den gut drei Jahrzehnten seit der verheerenden Kulturrevolution ein Prozess der Öffnung vollzogen, der kaum noch umkehrbar scheint. Die jüngst angeheizte Debatte über die moralische Legitimität, in China zu bauen, kam seltsam verspätet: Als um das Jahr 2000 China für westliche Architekten nachgerade zu einem gelobten Land stilisiert wurde (und die politischen Verhältnisse sich zumindest nicht besser darstellten als heute), wurden moralische Bedenken kaum artikuliert. Die mediale Aufmerksamkeit, welche dem Land im Vorfeld der Spiele zukommt, erklärt die jüngste Debatte, in der beide Seiten sich in ideologischen Gräben verschanzten. Versuch dieses Heftes ist es, einen unvoreingenommenen Blick auf die Architektur in China und ihre vielfältigen Facetten zu richten.
Rubrik
Valerio Olgiati Bürohaus in Flims
|