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2001 – 2010
1991 – 2000
1981 – 1990
1971 – 1980
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Am nördlichen Stadtrand von Zürich, schon auf dem Gebiet der Gemeinde Opfikon, ist in den vergangenen Jahren der Opfikerpark entstanden. Ein strenges Wasserbecken, das des Sommers zum Baden einlädt, erstreckt sich über 550 Meter von der Haltestelle der Glatttalbahn im Süden bis zur Autobahn im Norden. Auf der Westseite, wo das Becken durch platanenbestandene Plattformen rhythmisiert ist, entsteht die Wohnsiedlung Glattpark, auf der Ostseite führen Wege durch Wiesen zu der durch Bäume abgeschirmten, seit Jahren stillgelegten Kläranlage, deren mögliche Umnutzung zu einer Eventlokalität auf sich warten lässt.
Die Berliner Landschaftsarchitektin Gabriele Kiefer hat mit dem Opfikerpark ein Konzept von starker geometrischer Rigidität durchgesetzt. Damit folgt sie einem Trend, der seit den Achtzigerjahren die zeitgenössische Landschaftsgestaltung dominiert, nämlich der Orientierung an architektonischen Gestaltungsprinzipien. Das Kalkül ist verständlich: In dem profillosen Siedlungsraum der Glatttalstadt geht es darum, durch starke Setzungen Identität zu generieren. Dennoch bleibt die Frage, ob Kiefers Strategie nicht einem fragwürdigen Glauben an die Kraft der Gestaltung verhaftet bleibt. Die Glatttalstadt ist kein dicht besiedelter Raum, der als Antithese einen Park für die Erholung benötigte wie Manhattan den Central Park von Frederick Law Olmsted. Landschaft ist in ausreichendem Masse vorhanden, wenn auch fragmentiert und durchmischt mit den typischen Phänomenen des suburbanen Sprawls. Besteht in der Konfrontation von Relikten früherer bäuerlicher Besiedlung und postindustrieller Landschaft nicht gerade der Reiz der Glatttalstadt? Ist nicht der Patchworkcharakter das eigentliche Potenzial? Und wozu bedarf es eines speziellen Skaterparks, wenn sich der überdimensionierter Parkplatz vor einem Einkaufszentrum dafür ebenfalls anbietet? Ein zeitgemässes Konzept könnte auch darin bestehen, bereits existierende Freiräume zu nutzen und gegebenenfalls durch minimale Interventionen zu stärken.
Die Transformationen, denen das Landschaftsverständnis in der jüngeren Vergangenheit unterliegt, sind der Gegenstand dieses Heftes. Unterscheidet man zwischen einer ursprünglichen ersten, einer bewusst gestalteten zweiten sowie einer zufällig entstandenen dritten Natur, so haben sich zwei Erkenntnisse durchgesetzt: Zum einen, dass es in Europa eine erste Natur letztlich nicht mehr gibt; zum anderen, dass die Frage der Landschaft heute vornehmlich die dritte Natur betrifft – postagrikulturelle und postindustrielle Gebiete ebenso wie den Bereich der «Zwischenstadt». Drei einleitende Beiträge suchen die Veränderungen des Landschaftsverständnisses zu fassen, zwei Blöcke mit Ausschnitten aus Quellentexten rahmen Essays zu einzelnen Beispielen, welches Aufgabenspektrum Landschaftsarchitektur heute umfassen kann. Die Panoramen und nicht projektbezogenen
Fotos auf den Bildseiten stammen von dem Zürcher Fotografen Chris Wittwer.
Rubrik
Herzog & de Meuron CaixaForum Madrid
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