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2001 – 2010
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1971 – 1980
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Freitagabend in Manhattan, West 53rd Street: Vor dem Eingang des unlängst durch Yoshio Taniguchi erweiterten Museum of Modern Art hat sich eine Menschenschlange gebildet. Die Schlange ist endlos, sie zieht sich bis weit in die 6th Avenue hinein, und weil auch das nicht reicht, wurde ein noch unbebautes Grundstück durch mobile Pfosten und Absperrungsbänder, wie man sie von Flughäfen kennt, in zusätzlichen Stauraum verwandelt. Die Tausenden, die sich brav eingereiht haben, warten auf den Einlass in das Museum, der an diesem Freitagnachmittag dank dem Sponsor Target kostenfrei ist.
Vorbei die Zeiten, da Museen als Ehrfurcht gebietende Institutionen höherer
Bildung Schwellenangst auslösten. Museen sind im Zeitalter des edutainment und infotainment im Herzen der Gesellschaft angekommen, sie locken mehr Besucher an als Popkonzerte oder Fussballspiele. Sie treten inzwischen – und dafür ist das MoMA eines der besten Beispiele – selbst als brands auf, vermarkten sich in merchandising stores, bilden mergers, etwa die Kombination aus Guggenheim und Eremitage in Las Vegas, oder gründen Ableger – dem Beispiel Guggenheim folgen inzwischen der Louvre und das Centre Pompidou mit Dependancen in der französischen Provinz oder demnächst in Abu Dhabi.
In den USA ist die Situation in vielerlei Hinsicht zugespitzt. Von Anfang an thematisierten viele Sammlungen ihren Bildungsauftrag: Museen, so könnte man formulieren, sollten nach dem Wunsch ihrer philanthropischen Gründer mit einem Kulturangebot integrativ auf die heterogenen Einwanderermilieus wirken, aus
denen sich die amerikanische Gesellschaft bildete. Dabei ist es seit Anbeginn privates Engagement, das die Institutionen trägt.
Das gilt auch für die meisten der erstaunlich vielen Erweiterungs- und Neubauprojekte, die in den letzten Jahren realisiert wurden – oder noch der Realisierung harren. Dabei ist es nicht alleiniges Ziel, die Sammlungen ins rechte Licht rücken. Mit Stararchitektur, vielfach von Architekten aus Europa, versuchen auch Provinzstädte im Mittleren Westen Aufmerksamkeit zu erlangen. Kultur fungiert nicht zuletzt als gewichtiger Faktor des Standortmarketings und als ein Faktor für urbane Revitalisierung.
Anschliessend an einige theoretische Untersuchungen zur Geschichte und zur gegenwärtigen Funktion der amerikanischen Museen werden in diesem Heft wichtige aktuelle Projekte dokumentiert und kritisch diskutiert.
Rubrik
Christian Kerez Wohnhaus in Zürich-Witikon
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