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archithese ist die führende Architekturzeitschrift der Schweiz und erschient 6x jährlich im Verlag Niggli

   
 
 

2001 – 2010

1991 – 2000

1981 – 1990

1971 – 1980

2.2007
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Armut

386 vergessene Ideen gegen die Armut
Favela-Chic und soziale Verantwortung
Architekten über Grenzen
Südafrika: Infrastrukturbauten aus Österreich
Äthiopien: Lernen von Addis Abeba
Bangladesh: Die Erfolgsgeschichte des Grameen-Hauses
Thailand: Vom Slum zum Stadtteil
Venezuela: Global Cities and Global Slums
Brasilien: Zukunftslaboratorium Rio de Janeiro
Frankreich: Wenn die Banlieue brennt
USA: The New Orleans Experience

 

Fast die Hälfte der Weltbevölkerung muss heute mit weniger als zwei US-Dollar pro Tag auskommen und gilt damit offiziell als arm. Weil 95 Prozent der globalen Bevölkerungszunahme in Entwicklungsländern zu verzeichnen sind, ist eine weitere Verschärfung des Problems absehbar. In besonderem Masse werden urbane Ballungsräume betroffen sein: Prognosen der Vereinten Nationen deuten darauf hin, dass bis 2050 rund drei Viertel der Weltbevölkerung in Städten wohnen werden. Doch bereits heute sind viele Metropolen mit einem unkontrollierbaren Zustrom von Menschen und einer kaum vorstellbaren Not konfrontiert.

Ist Hilfe durch Architektur überhaupt möglich? Gefordert wird sie immer wieder – so auch im internationalen Wettbewerb Architecture and the Eradication of Poverty, den UNESCO und UIA 1997 anlässlich der ersten UNO-Dekade zur Beseitigung der Armut ausgerufen hatten. Ein nüchterner Rückblick von Jörg Seifert zeigt indes, dass ohne Unterstützung bei der Umsetzung die besten Projekte Gedankenspiele bleiben. Ein zielgerichtetes Vorgehen wäre indes entscheidend. Da die Ursachen der globalen Armut in erster Linie politischer und ökonomischer Natur sind, fallen die Interventionsmöglichkeiten der Architektur ohnehin vergleichsweise bescheiden aus. In Bezug auf das konkrete Vorgehen treffen zwei gegensätzliche Haltungen aufeinander. Norbert Mayr beschreibt den Versuch österreichischer Universitäten, durch günstige Bautypen «Entwicklungshilfe mittels Architektur» zu leisten. Peter Burk, Vorsitzender der Organisation Architekten über Grenzen, betrachtet Architekturexport dagegen mit Skepsis und plädiert für den Einbezug eigenständiger lokaler Fachkräfte.

In diesem Heft finden sich kaum spektakuläre Entwürfe. Dafür werden architektonische und städtebauliche Arbeiten vorgestellt, die mit geringen Mitteln und viel Innovationskraft dort intervenieren, wo herkömmliche Mittel längst versagt haben. archithese versammelt Projekte aus Asien, Afrika und Südamerika: unter anderem das Grameen-Haus des Nobelpreisträgers Muhammad Yunus aus Bangladesh, empowerment-Projekte aus Bangkok, Siedlungsmuster in Addis Abeba sowie Strategien im Umgang mit informellen Siedlungen in Rio de Janeiro und Caracas. Elisabeth Blum berichtet über das Engagement des Architekten Jorge Mario Jáuregui; Alfredo Brillembourg und Hubert Klumpner analysieren die Möglichkeiten urbaner Eingriffe in Slums. Zur Sprache kommen aber auch die Verlierer der westlichen Wohlstandsgesellschaft in Europa und Nordamerika: Marc Angélil analysiert die Hintergründe der gewalttätigen Ausschreitungen in den Banlieues von Paris, wärhrend Isabelle Maret und Jane S. Brooles das Wiederaufbauprogramm für das Schulsystem von New Orleans vorstellen.

Rubriken
aat + Makoto Yokomizo Tomihiro Art Museum, Azuma, 2005
Jürgen Mayer H. Mensa, Karlsruhe, 2007



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