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2001 – 2010

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1981 – 1990

1971 – 1980

2.2004
Neue Ornamente
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Material, Dekor und architektonisches Ornament
Deutsche und Schweizer Bauten im Vergleich
Das Potenzial digitaler Entwurfstechnologien
Chalet 5: Das Geheimnis der Dichte
Jürgen Mayer H.: Tarnung und Verschlüsselung
Michel Müller: flüchtige Bilder
Hundert Jahre bewegte Ornamentgeschichte
Kritische Theorie des zeitgenössischen Ornaments
Peter Eisenman und die Rhetorik der Architektur

 

Bescheidenheit ist eine Zier. Doch bei weitem nicht die einzige. Und was bedeutet schon Bescheidenheit für die Architektur, wenn heute fast jedes Ornament deutlich günstiger hergestellt werden kann als eine glatte Oberfläche oder ein formal reduziertes Detail?

Einst wenigen vorbehaltenes Statussymbol, erfuhr das Ornament durch die
Industrialisierung des 19. Jahrhunderts – zumindest in Architektenkreisen – eine drastische Entwertung. Zum einen verlor es wegen der gesunkenen Herstellungskosten und der entsprechend rasanten Verbreitung viel von seinem ökonomischen Prestige. Zum anderen musste seine Daseinsberechtigung kritisch befragt werden: Waren viele Ornamentformen – wie etwa die Ziernaht – aus den Zwängen tradierter Herstellungstechniken oder aus spezifischen Materialeigenschaften entstanden, so büssten sie, maschinell fabriziert und in neuen Materialien ausgeführt, jeglichen Sinn ein. Und nicht zuletzt wurde die Funktion des Ornaments als Kommunikationsmittel in Frage gestellt: Jene kulturellen Konventionen, die bestimmten Formen klar definierte Konnotationen zuwiesen, und das Verständnis für bildhafte Symbole waren im Zuge sozialer Umwälzungen und grosser Wirtschaftskrisen weitgehend verloren gegangen. Beliebig von einem Objekt auf das andere übertragen, von seinem Träger losgelöst und den Betrachter vielleicht noch ästhetisch, aber nicht mehr intellektuell herausfordernd, wurde das Ornament zu einer reinen Dekoration.

Die Heftigkeit, mit der seit den Anfängen der Moderne über den Stellenwert des Ornaments polemisiert wird, erstaunt daher nicht. Hinzu kommt, das sich in der Ornamentfrage fast alle wichtigen Themen konzentrieren, die die Architektur seit jeher bestimmen: Schönheit, Sinnlichkeit, Ausdruckskraft, Natur versus Kunst, Einheit versus Vielfalt, Repräsentation, Verständlichkeit, Gebrauchstauglichkeit, Material, Statik und Herstellung. Bemerkenswert ist vielmehr, dass heute eine gelassenere Diskussion über dieses von der frühen Moderne verteufelte Thema möglich ist.

Dieses Interesse hat sicher mit dem modischen Revival der Siebzigerjahre zu tun. Nicht unwichtig dürften auch die Entwicklungen der letzten Jahre in der Bauphysik und in der Computertechnologie sein: Der Schichtenaufbau, in unseren Breitengraden inzwischen beinahe unumgänglich, hat eine differenziertere Neubewertung von Begriffen wie Verkleidung, Bekleidung und «konstruktive Ehrlichkeit» zur Folge; digital unterstützte Entwurfs- und Fertigungsmethoden erlauben es, spezifizierte Unikate zum gleichen Preis herzustellen wie serielle Bauteile, und ermöglichen damit die Realisierung massgeschneiderter Ornamente.

Doch selbst wenn Pracht und Üppigkeit heute nicht mehr tabu sind, hat sich
die Wahrnehmung des Ornaments in den letzten hundert Jahren grundlegend gewandelt. Vom affirmativen Symbol zum kritischen Verfahren mutiert, als integraler
Bestandteil des Entwurfs oder als ironische Brechung des Konzeptes eingesetzt, reflektiert das Ornament auch heute den aktuellen Stand des architektonischen Diskurses.

Rubriken

Beat Rothen Wohnüberbauung, Winterthur
GIM Architekten Schweizer Regionalbahnhöfe
agps Gezielte (hybride) Transformation



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