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archithese - die Architekturzeitschrift der Schweiz erscheint 6x jährlich im Niggli Verlag

   
 
 

1.2014    
Swiss Performance 14

Shigeru Ban Tamedia AG Headquarter, Zürich
Durisch + Nolli und Bearth & Deplazes Bundesstrafgericht, Bellinzona
Mangeat-Wahlen La Maison de l’Ecriture, Montricher
GRUPPE mit Richard Wentworth Black Maria, London
Harry Gugger Studio Galerie Xavier Hufkens, Brüssel
Meili, Peter Hofstatt, München
Sauter von Moos mit Pierre de Meuron Haus mit Baum, Basel
Peter Zumthor Werkraum Bregenzerwald, Andelsbuch
Fuhrimann Hächler Zielturm Rotsee, Luzern
Christian Kerez Mehrfamilienhaus, Thalwil
Karamuk Kuo Kindergarten, Aadorf
Vehovar & Jauslin Bahnhofplatz, Aarau
Graber Pulver Kehrichtverbrennungsanlage, Bern
Peter Märkli Haus für zwei Künstler, Rumisberg
Christ & Gantenbein Gartenhaus, Basel
Conen Sigl Einfamilienhaus Blümlisalpstrasse, Zürich
EM2N Serviceanlage SBB, Zürich

Projektvorschau
Gegenwart einer Umbruchzeit
Schweizer Architekturbücher

 

Im Dezember letzten Jahres wurde ein inoffizieller Wettbewerb der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft (SGG) ausgelobt, mit dem Ziel, den traditionellen «Schweizerpsalm» von 1841, seit 1981 die Nationalhymne, zu ersetzen. Der Text soll zeitgemässer, «moderner» werden, die Bevölkerung erreichen. Steht in der Architektur ein ähnlicher Wandel an, gilt es Gewissheiten und Orientierungspunkte anzupassen oder gar zu ersetzen?

Die Schweizer Architekturszene hat sich das Privileg erhalten, den nachrückenden Generationen Möglichkeiten einzuräumen und somit eine sanfte Erneuerung zu erlauben. Das mag angesichts des anhaltenden Baubooms eine altersmilde Geste sein, doch führt es ohne Zweifel zum Auftritt einiger junger, noch kaum bekannter Büros wie Conen Sigl, Gruppe, Karamuk Kuo oder Sauter von Moos, die sich mit ersten Projekten erfolgreich positionieren. Dass es nicht einfach ist in Zeiten der Vielbeschäftigung das Markante und Eigenwillige, etwas mit spezifischen Qualitäten oder schlicht: die bessere Alternative zu erarbeiten, soll dabei nicht unerwähnt bleiben. Ungewöhnlich viele Fertigstellungen hatten wir zu ­prüfen und doch plagte uns nie die Sorge, ein Doppelheft machen zu müssen. Die Ausnahmeprojekte bleiben die Ausnahme, sie haben dennoch die Kraft zur Veränderung und legitimieren die Dokumentation.

Dominierten in der letztjährigen «Swiss Performance» einige Grossprojekte wie das Parrish Art Museum von H&deM und der Hauptsitz für Synthes von Peter Märkli sowie mehrere grössere Wohnungsbauprojekte, so liegt uns in dieser Ausgabe eine Auswahl vor, die durch die intelligente Ausarbeitung kleiner Projekte ihren Charakter erhält. Selbst die grossen Projekte wie die Hofstatt von Meili, Peter Architekten vermeiden die grosse Geste und üben sich in wohlüberlegter Zellteilung. Hier wie dort hat die Auseinandersetzung mit dem Bestand einen wichtigen Stellenwert, prägen subtile Eingriffe von künstlerischer Konzeption und brechen mit der zur Norm erstarrten Rationalität des Schweizer Bauens. Als Ausreisser ist hier die Maison de l’Ecriture von Mangeat-Wahlen zu erwähnen, die einmal mehr den anderen Weg der Architektur in der Westschweiz verdeutlicht und sich in einem seltenen Aussenblick frankophil an Rudy Ricciotti zu orientieren scheint.

Nicht immer lassen sich die Termine der Fertigstellungen wichtiger Bauten nach dem Erscheinungstermin der «Swiss Performance» ausrichten und so mag der kundige Leser ein Projekt wie das Pérez Art Museum in Miami von H&deM vermissen. Ein Projekt, dass als integraler Bestandteil einer Parklandschaft gesehen werden muss, sollte jedoch nicht ohne diese beurteilt werden. Hier musste die Redaktion erkennen, dass «eröffnet» heutzutage noch lange nicht «fertig» heisst und hat der Sorgfalt wegen das Projekt in die nächstjährige Ausgabe verschoben. Jedoch informiert eine kleine Projektvorschau im Rubrikenteil kurz und knapp über dieses und einige weitere Highlights in diesem Jahr. Sie gesellt sich zu den im Vorjahr erfolgreich eingeführten Rubriken über Projekte der Denkmalpflege sowie ausgewählte Schweizer Bücher des vergangenen Jahres.

Über die «Swiss Performance» hinaus haben wir die Themen für die Ausgaben der archithese in 2014 erstmals in einem Leporello zusammengestellt, das seiner Namensherkunft aus Mozarts Don Giovanni entsprechend, die Affären listet wie beschreibt – also das, womit wir 2014 zu tun haben werden. Manchmal ernste, manchmal komische, aber immer grosse Oper. Vorhang auf!


Die Redaktion


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