archithese - member of bsmediagroup

archithese - die Architekturzeitschrift der Schweiz erscheint 6x jährlich

   
 
 

1.2015 Februar    

Swiss Performance 15

Buchner Bründler Wohnhaus, Lörrach
Ken Architekten Terrassenhaus Herrenmatt, Brugg
futurafrosch / Duplex / pool / Müller Sigrist / Miroslav Šik
Hunziker Areal, Zürich
Boltshauser Wohnhochhaus Hirzenbach, Zürich
EM2N Toni-Areal, Zürich
Elia Malevez  Strandbad Mythenquai, Zürich
Buol & Zünd Jazzcampus, Basel
:mlzd Pavillon auf dem Gurten, Bern
Graber Pulver Musée d’ethnographie, Genf
Markus Schietsch Elefantenpark im Zoo, Zürich
Iseppi /Kurath Besucherzentrum Viamala-Schlucht
baumschlager eberle Bürogebäude, Lustenau
Herzog & de Meuron Kräuterzentrum Ricola, Laufen
Frei + Saarinen Werkhof, Glattbrugg
KilgaPopp Halle 181, Winterthur
Adrian Beerli und Stefan Waser Musikpavillon, Basel

Hintergrund: Lowtech ist die neue Hightech
Die Grossform als Werkzeug zur Verdichtung

 

Im vergangenen Jahr kam Bewegung in die Debatte rund um Architekturkritik und -theorie. Ausstellungen, Bücher und Artikel fragten nach dem Stand der Dinge, suchten Definitionen und Perspektiven. Gut so, denn das fordert auch die Redaktion der archithese einmal mehr dazu auf, ein Verständnis vom angestrebten Architekturdiskurs zu formulieren und zu hinterfragen, was die eigene Rolle in der (Schweizer) Kritiklandschaft ist oder sein soll.
Ein Grossteil dessen, was über Architektur geschrieben werde, sei lediglich deskriptiv, klagen die Kritiker der Kritik. Dem können wir nur bedingt zustimmen, denn neben dem weit verbreiteten «show and tell-Journalismus» versuchen einzelne Autoren durchaus mit Meinungen Stellung zu beziehen. Doch was bewirken sie? Meist fokussieren die Kritiker lediglich auf das ohnehin Offensichtliche und erreichen nur selten den gewünschten Tiefgang oder einen politischen Aktivierungseffekt. Stattdessen stranden sie in den seichten Gewässern von Boulevard und Polemik. Grundsätzlich problematisch dabei ist, dass beim Leser bereits eine Kenntnis der spezifischen Konzepte und der relevanten Diskurse vorausgesetzt wird. Doch wer vermittelt sie, und über welche Medien? archithese versteht ihren Auftrag daher mehr denn je in der Darstellung der grösseren Zusammenhänge. Sie will relevante, vielseitige, mitunter widersprüchliche Hintergrundinformationen und Haltungen bereitstellen, damit die Leserschaft sich selbst ein Urteil bilden und die Architekten eigene Positionen formulieren können. Auch im neuen Jahr setzt archithese daher auf das Erschliessen übergeordneter Themen und Fragestellungen, stellt Beziehungen zu benachbarten Disziplinen her und versucht komplexe Kontexte zu erschliessen.
Nichtsdestotrotz bildetdie Swiss Performance gleich zu Beginn jedes Jahres eine Ausnahme, denn das Heft versammelt und diskutiert einzelne bemerkenswerte neue Objekte. Dennoch versucht auch sie pars pro toto von ihnen auf übergeordnete Strömungen und Tendenzen zu schliessen, Defizite auszumachen und Potenziale auszuloten, um diese Themen dann in den kommenden Heften ausführlicher zu diskutieren.
Einige Projekte stachen im vergangenen Jahr unverkennbar heraus. Das riesige Elefantenhaus im Zoo Zürich etwa, oder die Kompaktheit des Hochschulkomplexes im Toni-Areal. Neue grossmassstäbliche Siedlungen zwingen über Massstäblichkeit und daraus resultierende Potenziale oder Probleme für Architektur und Städtebau zu reflektieren. Andere Themen deuten sich subtiler an: Die Genossenschaftssiedlung Hunziker Areal sucht im Sinne eines Labors nach neuen Formen des Zusammenlebens. Was möglich ist, wenn die Bedürfnisse und Wahrnehmungen der Nutzer im Fokus stehen, untersucht dann das Heft Architektursoziologie im April ausführlich. (Dort wird auch die Genossenschaft Kalkbreite ausgiebig vorgestellt, die wir hier bewusst ausgeklammert haben.) Ein paar subtilere Projekte spinnen eine wichtige Traditionslinie in der Schweizer Architektur weiter, indem sie ihre Innovation aus der Adaption schöpfen. Der Pavillon Bad Mythenquai beispielsweise nimmt die Sprache der 1950er Jahre auf, und der Jazzcampus greift auf die Komposition von Altbauten aus dem 19. Jahrhundert zurück. Dem Verhältnis von Innovation, Tradition und Adaption widmen wir unsere diesjährige Dezemberausgabe.
Bei der Betrachtung einzelner Objekte fällt zwangsläufig die Diskussion über den Städtebau zu knapp aus. Entsprechend setzen wir den Diskurs zur Planung im grossen Massstab im Herbst 2015 ganz oben auf die Agenda: Nebst dem Heft Zürich – Planung oder Städtebau wird archithese im Oktober eine Konferenz zu diesem Thema veranstalten.
Soviel zu Strategie und Ausblick. Doch nun – Vorhang auf für unsere Auswahl der charismatischsten Akteure auf der Bühne der Architektur aus dem letzten Jahr…


Aktuelle Ausgabe bestellen (Schweiz und Fürstentum Lichtenstein) | archithese abonnieren Aktuelle Ausgabe bestellen (Kunden wohnhaft ausserhalb der Schweiz)



© archithese – Kontakt | Design: Bernet + Schönenberger und Nicola Winzer

Studentenabo Archithese bestellen