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Die Universität sei «die Stätte, an der das hellste Bewusstsein des Zeitalters sich entfalten soll», schrieb der Philosoph Karl Jaspers in seinem 1961 veröffentlichten Essay «Die Idee der Universität».
In den vergangenen Jahren wurde über Bologna-Reform und Studiengebühren viel diskutiert. Die Zeiten von Behäbigkeit und Selbstzufriedenheit sind vorbei: Hochschulen befinden sich im globalen Konkurrenzkampf um Exzellenz, Renommee und finanzielle Mittel. Das bedeutet nicht zuletzt inhaltliche Profile zu schärfen, und doch hat man das Gefühl, Jaspers’ Postulat sei – zumindest was die öffentliche Wahrnehmung betrifft – etwas in den Hintergrund gerückt. Die Relevanz der Universität in der heutigen Gesellschaft wird zu selten thematisiert.
Was läge für eine der Architektur gewidmete Zeitschrift näher, als jüngst entstandene Bauten für Universitäten zu untersuchen, die «dem hellsten Bewusstsein» den Rahmen geben und auf dieses einwirken, und überdies als ikonische Bauwerke – wie das von SANAA entworfene Rolex Learning Center der EPFL – mehr und mehr die Rolle von Imagefaktoren für die jeweilige Institution erfüllen.
Längst ist die Ausbildung zum Architekten nicht mehr den Bauhütten überlassen, sondern hat sich akademisch professionalisiert. Das Studium der Architektur mit seinen Lehrkonzepten, Institutionen und unterschiedlichen Pädagogiken prägt die Studierenden und bietet die nötigen Reibungsflächen. Es beeinflusst die werdenden Architekten häufig auch im Wechselspiel mit den Bauten, in denen die Ausbildung stattfindet. Häufig waren und sind die Lehrenden auch die Entwerfer der räumlichen Hüllen – der Bogen spannt sich von Paul Rudolph in Yale über John Hejduk an der Cooper Union bis hin zum Masterplan der Science City für die ETH Hönggerberg von Kees Christiaanse.
So beschränkt sich dieses Heft nicht allein auf Hüllen für die Lehre, sondern präsentiert ausgewählte Lehrmodelle der letzten Jahrzehnte und der Gegenwart. Mal handelt es sich um einzelne Konzepte (Urban Think Tank), mal um dialogische Konfrontationen (AA und Bartlett in London). Querverbindungen ergeben sich immer wieder – handle es sich um Personen oder räumliche Konzepte.
Rubrik
LIN Cité du Design, St-Étienne
Coop Himmelb(l)au Highschool, Los Angeles
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